Wir fahren immer noch durch Russland

Wir haben einen Badetag an der Wolga eingelegt und waren im Einkaufszentrum – Shopping Mall – wie es so schön heißt, hier gibt es an Lebensmitteln ganz ganz viele Produkte wie bei uns wie z. B. Barilla Nudeln, Nescafe und wenn ich Sauerrahm benötige, nehme ich das Übersetzungsprogramm echt total easy, eingeschlossen Biermarken, Wein und so weiter. Hier habe ich mich nach einem Brillengeschäft erkundigt und wurde zum Juwelier und zum Schlüsseldienst (wie bei uns Reparatur von Schuhen und für Schlüssel) geschickt. Der Juwelier konnte mir nicht helfen , der Schlüsseldienst hat’s gerichtet und meine Schraube festgezogen für einen Nuller. So also gibt es hier keine Brillengeschäfte, ich vermute die sind irgendwie in den Apotheken mit drin, weil ich mal so ein Bild gesehen habe. Überhaupt ist hier alles irgendwie in Läden drinnen und von außen für uns schlecht ersichtbar. Es gibt ganz große bekannte Läden z.B. Mc Donald, KFC, Burger King, Metro, Ikea, OBI um ein paar zu nennen. Schaufenster gibt es fast keine. Ich habe aus dem Auto heraus ein einstöckiges Haus gesehen, dass war an den Fenstern mit Alufolie teilweise verhangen und hat total unbewohnt ausgesehen. Wir stehen da so und ich sehe wie eine Frau mit Krücken die Treppen hochgeht und  in den Eingang rein also ist da irgendeine Praxis drin, von außen überhaupt nicht ersichtlich.

 

Am nächsten Tag fahren wir früh zum Flughafen um evtl. einen Mietwagen für die Fahrt nach Elista in Kalmückien zu den Kalmücken zu unternehmen. Der Schalter ist leer und ein netter Taxifahrer ruft die angegebene Nummer an. Wir können einen Wagen nur für mindestens 3 Tage mieten, das kommt dann für uns nicht in Frage. Der Taxifahrer bietet uns an für über 100 Euro zu fahren, auch das lehnen wir dankend ab. So fahren wir doch mit dem WOMO, die Straße ist größtenteils sehr gut, die Gegend total trostlos, hier wachsen nur Gräser. Es sind viele LKW’s unterwegs und am Straßenrand liegen immer wieder kaputte Reifen. Wir haben einen sehr heißen Tag erwischt, die Temperaturen liegen so bei 34 Grad. Schön dass wir eine Klimaanlage im Fahrerhaus haben, dass erleichtert ungemein.

 

Als wir vor Tagen unterwegs waren ist uns ein kleiner Schwarm Heuschrecken über den Weg geflogen, das war schaurig und wir haben nachgelesen, dass es hier richtig große Heuschreckenplagen gibt, hoffentlich treffen wir auf  keinen solchen Schwarm, da wird der Himmel glaube ich dunkel. Vor Elista allerdings passiert es dann doch, wobei es keine dunkle Wolke war. Es waren aber doch sehr sehr viele und wir sind schön langsam weitergefahren, die Russen nehmen da keine Rücksicht, es ist echt ecklig und ganz schön traurig, die armen Heuschrecken.

 

Wir kommen in Elista an und sind maßlos enttäuscht, wir hatten irgendwie ein ganz anderes Bild im Kopf. Ich sehe einen Buddhistischen Tempel und Wasser geistig vor mir - aber beides finde ich hier nicht. Hier stehen ganz viele Häuser leer, alles sieht total trostlos aus. Kalmückien besteht hauptsächlich aus Steppe, mittlerweile wird von der „ersten Wüste Europas“ gesprochen (bitte unter Google nachlesen).

 

Es gibt einen Platz mit einem Park, hier fotografieren wir und machen uns enttäuscht wieder auf den Rückweg, das war ein echt langer Weg, schade ich wollte hier eigentlich Postkarten kaufen (wobei ich bis jetzt in ganz Russland noch keine Postkarte gesehen habe, überall gibt es diese Magnete) und Mitbringsel.

 

Wir verlassen Wolgograd Richtung Samara weil wir ganz gerne noch eine Weile an der Wolga entlang fahren möchten, die Wolga ist hier teilweise so breit, dass man das andere Ufer nicht sieht. Unterwegs fahren wir an Ebenen vorbei soweit das Auge reicht Steppe oder Getreidefelder, Sonnenblumenfelder. Herden von Schafen und Ziegen riesig groß. Einfach alles mega groß. In Saratov gibt es eine tolle auch wieder riesig große Brücke über die Wolga. Hier werden wir übernachten, haben leider in der Stadt keinen Platz bekommen weil dort Zelte aufgebaut sind  und fahren an der Promenade entlang weiter. Dort stellen wir uns auf einen Parkplatz was sich als fatal herausstellt. Es war ganz schwer zum Aushalten. Ein Auto nach dem andere fährt auf den Parkplatz, macht den Kofferraum auf und holt entweder die Wasserpfeife raus oder den Teekocher und alle haben laut die Wumme an, der Bass dröhnt. Ich habe mal 25 Autos gezählt. Irgendwann gegen Mitternacht lässt dann alles nach und wir können uns nach nem Schlafbier und Wein endlich Schlafen legen. Morgens um 6 ist die Nacht zu Ende da fahren die Autos wieder am Parkplatz vorbei – oh solche Plätze haben wir gottseidank ganz selten. 

 

Unsere Fahrt geht auf kerzengeraden Straßen Richtung Samara weiter. Leider haben wir unsere Straßenkarte von Russland in einem Kaffee liegen lassen und ich weiß gar nicht mehr wo wir genau sind. Das wird eine neue Herausforderung ob wir eine Karte in Russland kaufen können, huhuhuhuh. Die Straße war so gerade und gut, dass  wir wieder von der Polizei angehalten wurden, dieses mal überholen im Überholverbot. Ingo hat verhandelt und im Endeffekt glaub so 10 Euro bezahlt.

 

Ich bin sowieso sehr froh, dass Ingo die meiste Zeit fährt. Wir haben jetzt schon 10.000 km Fahrtstrecke hinter uns, von der ich vielleicht gerade mal 2000 km gefahren bin. Die Russen fahren total rücksichtslos, die kommen einem auf der eigenen Spur entgegen, wenn sie überholt haben scheren sie direkt vor dir wieder ein.  Mich strengt das sehr an und ich bin hier nur am Fluchen. Was hier auf jeden Fall viel mehr ist wie bei uns überall hängen Überwachungskameras ob die funktionieren weiß ich allerdings nicht.

 

Unser  nächster Übernachtungsplatz ist auch ein Eintrag in der App „Park4Night“ aus der wir fast alle unsere Plätze haben. Der Platz verspricht einen Stellplatz direkt an der Wolga unter Bäumen in einem Dorf. Wir fahren von der Hauptstraße ab in das Dorf ohne Namen und suchen den Stellplatz, hier gibt es keine asphaltierten Straßen, alle Wege hören am Ufer auf. Wir können hier nirgends stehen und müssen zurück. Das Dorf ist wie ausgestorben, sehr schöne Häuser aus Holz und gemauerte Häuser, die Gärten angelegt mit z.B. Tomaten wie bei uns. Sehr sehr idylisch.

 

Wir übernachten auf einem bewachten Parkplatz zwischen ein paar LKW`s. Überhaupt fahren hier Unmengen von LKW’s aller gängigen Marken: Kamaz (russisch), DAF, MAN, Daimler, Renault, Volvo, Scania und aus Amerika die wo mir am besten gefallen Freeliner.

 

Die Gegend hat sich verändert, wir fahren jetzt hauptsächlich durch Wälder, viele Birkenwälder, Nadelwälder auch alles gemischt. Felder so weit das Auge reicht voller Sonnenblumen, leider sind sie noch nicht aufgeblüht, dass wäre bestimmt ein mega tolles Bild.

 

Jetzt stehen wir vor Samara in Toljatti auf einem Platz www.lada-bo.ru an der Wolga mit tollem Sandstrand, mit Strom, sehr schön im Kiefernwald. Hier bekommen wir unsere Wäsche gewaschen, aufgehängt und abgehängt pro Waschmaschine für ca. 6 Euro. Ingo führt einige Reparaturen am WOMO durch und wir genießen mal wieder warme Dusche und Toilette. Heute morgen haben wir unser letztes mitgenommenes Glas Marmelade geöffnet, Kirschmarmelade mit ganzen Kirschen - so lecker – jetzt wissen wir leider nicht mehr von wem wir diese leckere Marmelade haben. Wenn sich darin jemand erkennt – bitte unbedingt melden.

 

Hier werden wir ein paar Tage bleiben, dann wollen wir in Samara ein Raketenmuseum besichtigen und vom Stalin irgendwas – ich werde berichten.

 

Ich wollte dann noch eine nette Geschichte aus Georgien erzählen, ich wusste gar nicht, dass Pferde Wasser aus Brunnen trinken können. Bei  Kuzbegi auf dem Berg gab es einen Brunnen und dort hat eins der Pferde sich ganz frech bedient.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Ester (Freitag, 12 Juli 2019 14:51)

    Schön das es euch gut geht und gefällt weiter so und danke fü die Tollen Bilder und Berichte bin immer schon auf denn nächsten gespannt.

  • #2

    Hans Georg (Samstag, 13 Juli 2019 21:39)

    Von Hans Georg u. Christel,
    Weiter gute Fahrt, ihr habt ja schon sehr viel erlebt, aber wir glauben, dass dies keine
    neue Tour für Ibea Tours ist, oder ein Mechaniker müsste mitfahren.
    Wünschen euch beiden weiterhin gute und unfallfreie Tour.
    Tscüs

  • #3

    Jürgen und Marlis (Mittwoch, 17 Juli 2019 19:29)

    Oh doch !! Ich hoffe sehr, dass das eine neue Ibea-Tour wird. Wir haben genügend Werkzeug dabei und brauchen keinen Mechaniker. Weiterhin gute Fahrt!

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