Weiterreise durch Russland

Wir stehen an der Wolga auf einem Parkplatz kostenlos wie überhaupt überall in Russland. Hinter uns ist ein tolles großes Hotel an der Promenade, ich denke hier kostet ein Zimmer bestimmt so 200 Euro und frage mal nach. Der Preis für eine Nacht für mich kostet dann unglaubliche 30 Euro und da miete ich mich für eine Nacht ein, kann mal wieder ruhig und kühl schlafen und wir haben eine heiße Dusche. Die Damen an der Rezeption sind über freundlich und helfen uns wo es nur geht.

 

Sie empfehlen uns ein sehr sehr leckeres Fischlokal, wir essen vorab Fischsuppe und die landestypische Borschtsch, dann Catfisch und Zander mit Gemüse trinken jeder ein Wasser dazu und bezahlen nachher 30 Euro echt Wahnsinn.

 

Eigentlich wollten wir heute Abend nochmal in das Lokal von gestern, da haben sie so tolle Musik gespielt und alle haben abgetanzt, dass wollten wir auch mal mitmachen, waren aber nach den Ereignissen des letzten Tages so müde, dass das ausfiel.  Hier in Russland gibt es in ganz vielen Lokalen nachmittags schon Tanz und überall wird Karaoke angeboten.

 

Der zerfetzte Radkasten ist so toll mit Linoleum-Boden und Silikon, die hatten wir früher in der Küche liegen, und einem Teil unseres Schuhregales geflickt, so dass der Radlauf dicht ist, die Wasserleitung ist auch repariert, wir haben halt kein Warmwasser, was bei den Temperaturen gar nicht schlimm ist. Jetzt müssen wir noch ein Ersatzrad mit Felge finden dann kann es beruhigter weiter gehen. Unser Bilderwörterbuch hat sich schon so bezahlt gemacht, darin war auch ein Foto vom Baumarkt und von einer Silikonspritze, echt super.

 

Wir werden leider unsere Fahrt nicht bis zum Baikalsee schaffen, da wir uns Georgien so ausführlich angeschaut haben und diese Zeit nicht eingerechnet war. Wir fahren Richtung Moskau, dann St. Petersburg, vielleicht über Finnland und Norwegen oder halt dann gleich über die Baltischen Länder zurück – mal schauen.

 

Am nächsten Morgen besuchen wir die berühmte Markthalle von Astrachan, hier aus diesem Gebiet stammen die besten Wassermelonen Russlands, (Das muss man sich mal vorstellen, die besten Wassermelonen aus so einem riesigen Land unvorstellbar) wir kaufen uns eine halbe Melone und die ist wirklich sehr sehr saftig und lecker.  Das Einkaufen in der Markthalle macht so viel Spaß, wenn es eine Steigerung des Spruches „ein Unterschied wie Tag und Nacht“ zu  uns zuhause gäbe, würde ich den hier benutzen. Alle sind so freundlich, so hilfsbereit, alles sieht so sauber und lecker aus.

 

Danach fahren wir ab, Richtung Wolgograd unser nächster Halt an der Wolga. An den Ampeln ist ein Schild das kennen wir nicht, mit einer Sonnenbrille, soll heißen setz die Brille ab oder auf, schau hin, geh zum Optiker oder zum Augenarzt…. Keine Ahnung!!! Die Straßen sind super und wir fahren die ca. 400 km sehr gut. Unterwegs Rast an der Wolga wo uns einfällt, dass wir ja noch unbedingt bei den Kalmücken in Elista vorbei wollten. (Das ist eine ganz ganz kleine Randgruppe in Russland, die buddhistischen Glauben haben und irgendwo im Niemandsland leben)Vor lauter Reifen und WOMO sind wir jetzt leider die falsche Straße aus Astrachen rausgefahren und überlegen nun was wir machen, zurück oder eine Straße fahren die noch kommt, die ist allerdings weiß in der Karte eingezeichnet, also nicht so gut zum befahren, wir haben momentan kein Ersatzrad oder schauen, ob wir von Wolgograd nach Elista kommen. Wir fahren weiter.

Wolgograd (früher Stalingrad) wurde vollkommen zerstört im Krieg und es gab so viele Tode (über 1 Mio und die vielen Trauernden) wie gottseidank nie wieder bei einem Krieg. Die Stadt wurde komplett Schachbrettartig wieder neu aufgebaut und zieht sich heute ca. 75 km am Wolgaufer entlang. Das Imposante hier ist das übergroße Standbild „der Mutter Heimat“ mit 85 Metern.  Wir haben die Gedenkstätte besucht, echt Gänsehautfeeling. Genau darunter stehen wir auf einem Parkplatz beim Stadion. Mitten in den verschiedenen Zügen und Bahnen. Vor uns liegen die Schienen für die Züge, hinter uns fahren die Busse, Straßenbahn und U-Bahn. Wir stehen auf einem kostenlosen Parkplatz fast ganz alleine an einem ganz toll angelegten Park auch mit Springbrunnen, abends toll beleuchtet mit Musik. Wir sitzen dann vor dem WOMO und beobachten das bunte Treiben und freuen und an den tollen Kleidern und dem tollen Outfit der Russen. Hier laufen wir jeden Morgen auf der Laufbahn eine oder zwei Runden durch den Park.

 

Wir wollen mal sehen wie wir nach Elista kommen. Leider haben wir kein gutes Internet. Können aber nachschauen, dass kein Zug fährt allerdings ein Bus und wir beschließen den Busbahnhof zu suchen. Da ich durch die Großstadt nicht so gerne mit dem Bike fahre und wir nicht wissen, wie weit es zu Fuß ist werden wir versuchen mit dem Bus oder einer Bahn in die Stadt zu kommen. Mit dem Bus das funktioniert leider nicht, da kein Fahrer englisch spricht. Wir steigen in die Bahn ein, da kommt gleich eine Schaffnerin (Art Hausfrau in der Schürze, echt witzig) und verlangt 25 Rubel pro Person auch bei der Rückfahrt - also nix mit schwarzfahren. Wir sprechen eine Frau in der Bahn an und sie kann uns soweit behilflich sein, dass wir nach 4 Haltestellen aussteigen, mit einem anderen Mann in Richtung Busbahnhof laufen, durch eine Unterführung gehen und nicht mehr weiter wissen. Da sprechen wir einen jungen Mann an, Alexander, der über 10 Jahre in Schweden gelebt hat und sehr gut englisch spricht. Er schaut in seinem Handy nach Möglichkeiten, wie wir nach Elista kommen, wobei er nicht versteht, was wir in dieser Einöde möchten. Also Bus fährt zu lange, Flug geht keiner. Wir überlegen einen Mietwagen zu nehmen oder wenn wir ein Ersatzrad haben mit dem WOMO dorthin fahren.  Alexander zeigt uns den Weg zum Bahnhof, den wir dann auch finden. Dort habe ich die Idee nach einem Zug zum Baikalsee zu fragen unserem eigentlichen Ziel, ca. 90 Stunden Fahrt im Schlafwagen,  ca. 200 Euro für jeden pro Fahrt, evtl. könnten wir zurückfliegen. Diese Idee schieben wir dann doch ganz schnell zur Seite.

 

Auf dem Rückweg zum WOMO fällt mir ein Friseur auf – wir könnten mal wieder Haare schneiden, ich lasse mir auch meinen Pony von der überaus netten Olga schneiden. Wir haben wieder so viel Freude, dass sie uns dann noch ihre Visitenkarte in die Hand drückt.

 

Überhaupt möchte ich hier mal schreiben, dass ich mir zuhause so gar nicht vorstellen konnte wie toll dieses Land ist, die Menschen alle so freundlich, hilfsbereit, zuvorkommend – ich fühle mich total sicher und gut aufgehoben. Unterwegs kommen wir immer wieder in Passkontrollen, dass kennen wir aber von Marokko auch so.

 

Am Nachmittag gehen wir an den Strand von Wolgograd. Der Sand ist so toll wie an jeden anderen Sandstrand, es  gibt Liegen, Schirme, man kann alle möglichen Aktivitäten auf dem Wasser buchen, es gibt eine Wasserskianlage. Die Russinnen sind wunderschön anzusehen in ihren sexy Bikinis und den tollen Figuren und die Männer mit ihren schlanken, gestählten Körpern.

 

Also was ich jetzt schon seit Georgien bräuchte und nirgends sehe ist ein Brillengeschäft, mein Bügel ist sehr locker und ich möchte ihn festziehen lassen, bei uns gibt es so viele Geschäfte hier habe ich nirgends einen entdeckt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ester (Samstag, 06 Juli 2019 15:18)

    Wegen der Brille hatte ich aß uch schon die Pinzette von einem Taschenmesser passt prima zum anziehen. Soll halt Ingo machen ihr habtdas mit dem Womo geschafft dann ist die ein Kinderspiel. Grüße von uns und weiter so.

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